Stellungnahme des Müttergenesungswerks zum Bundeshaushalt
Bundeshaushalt 2026: Die Gesundheit von Sorgearbeit Leistenden hat keine Priorität
Berlin, 18. Dezember 2025. Das Müttergenesungswerk (MGW) zeigt sich enttäuscht über die im Bundeshaushalt 2026 vorgesehenen „Zuschüsse für die überregionalen Einrichtungen des Deutschen Müttergenesungswerkes“. Die bereitgestellten 4,6 Millionen Euro sind angesichts der angespannten Haushaltslage des Bundes ausdrücklich zu würdigen. Gleichzeitig ist jedoch festzuhalten: Die vorgesehenen Mittel reichen bei Weitem nicht aus, um den erheblichen baulichen Investitionsbedarf der gemeinnützigen Kliniken im Müttergenesungswerk zu decken. Sie liegen sogar unter dem Niveau des Haushaltsjahres 2025. Damit bleibt der im Koalitionsvertrag formulierte Anspruch, die Kliniken des Müttergenesungswerks langfristig und verlässlich zu unterstützen, unerfüllt.
Der Eindruck, der dadurch entsteht, ist problematisch: Unbezahlte Sorgearbeit und die Gesundheit der Menschen, die sie leisten, haben weiterhin keine ausreichende Priorität. Denn die Bundesmittel für die Kliniken im Müttergenesungswerk kommen schließlich der Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen zugute, die in die stationären medizinischen Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen im Müttergenesungswerk kommen. Bereits heute können viele Sorgearbeit Leistende, die auf diese Gesundheitsleistung angewiesen sind, diese nur eingeschränkt oder mit langen Wartezeiten in Anspruch nehmen, da die Platzkapazitäten in den Kliniken nicht ausreichen. Die Betroffenen werden mit ihren hohen Belastungen und den daraus resultierenden gesundheitlichen Folgen allein gelassen – obwohl eine vorausschauende und angemessene Bundesförderung genau hier wirksam ansetzen könnte.
Kinderverschickungen: Zeitzeugen-Gespräche werden Teil des Lehrplans in der DRK Akademie SH
Foto © DRK SH: Die Praxisanleiter*innen mit Angela Scheibe (5. v.r.).
Scheibe berichtete von Kindheitserlebnissen. Erinnerungen aus einer Zeit in einem Verschickungsheim in Wittdün auf Amrum. Schulleiterin Jane Koberstein: „Die Stimmung an diesem Tag war friedlich und entspannt, die Betroffenheit und das Mitgefühl der Anwesenden beim Hören dieser Geschichten war aber natürlich groß.“ Angela Scheibe ist eine von 13,2 Mio. der sogenannten Verschickungskinder. Die Verschickung war nach Kriegsende und bis in die 1990er Jahre hinein eine Kurmaßnahme für Kinder. Während des meist sechswöchigen Aufenthaltes in entsprechenden Einrichtungen sollten die Kinder physisch aufgebaut werden. Doch in einigen Kurheimen, darunter auch Häuser des DRK in Schleswig-Holstein, erlebte ein Teil der Betroffenen Traumatisches: Gewalt, Zwangsernährung und sexueller Missbrauch.
Die DRK Akademie SH befasst sich im Rahmen der Ausbildung mit diesem Thema und möchte auch Praxisanleitende für die Thematik sensibilisieren. Denn die Zahl der Pflegebedürftigen, die in jungen Jahren eine solche Erholungskur verordnet bekommen haben, steigt kontinuierlich an. Haben die Betroffenen vor Ort traumatische Erfahrungen gemacht, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgung etwa in Pflegeeinrichtungen. „Diese Personengruppe ist jetzt in einem Alter, in dem einige schon auf eine ambulante oder stationäre Betreuung angewiesen sind. Davor haben viele Angst“, erklärt Jane Koberstein. „Dieses Thema wird bei uns nun standardmäßig Teil des Lehrplans. Es muss schon bei Aufnahmegesprächen gezielt nach einer Verschickungsvergangenheit gefragt werden, damit man zum Beispiel auf eine Nahrungsverweigerung bei den zu Versorgenden adäquat reagieren kann. Wir sind sehr dankbar dafür, dass Betroffene wie Frau Scheibe solche Treffen für unsere Praxisanleitenden ermöglichen.“
Wir sind jetzt auf Social Media

Unsere DRK-Zentren auf Amrum, Pellworm und Plön sind ab sofort auf Facebook, Instagram und LinkedIn vertreten. Dort geben wir Einblicke in unsere Mutter-/Vater-Kind-Kur Einrichtungen und Gesundheitsthemen rund um das Thema Familie.
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Mit neuer Kraft voraus – Kliniken im Müttergenesungswerk fordern
politische Verantwortung
Auf der Konferenz der Kliniken im Müttergenesungswerk 2025 wurde deutlich: Die Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen darf nicht länger von politischen Entscheidungen abhängig gemacht werden. Unter dem Motto „Mit neuer Kraft voraus“ diskutierten Fachleute, Politiker*innen und Klinikvertreter*innen über steigende Belastungen, fehlende Finanzierungsstrukturen und den dringenden Handlungsbedarf im Gesundheitswesen. Das Müttergenesungswerk macht klar: Wer bei den Sorgenden spart, gefährdet das soziale Fundament unserer Gesellschaft.
Weiter unter "Mehr Infos".
Einfach mal "baluischer" werden!
Ein Erfahrungsbericht unserer Psychologin Simone Timmerhinrich.
Vor vier Jahren war eine Mutter zur Kur bei uns auf Pellworm und hat im Rahmen der Stressmanagement- und Selbstfürsorgeschulung den Balu aus dem Dschungelbuch als Symbol- und Krafttier für sich gewählt. Das Ziel: Im Alltag gelassener werden.
Als Psychologin habe ich unseren Kurteilnehmer*innen geraten, sich das gewählte Symbol im Alltag sichtbar zu machen – so hat sie sich zuhause eine kleine Balu Figur für ihren Schreibtisch gekauft. Und weil es ihr fester Plan war, nochmal nach Pellworm zu fahren, hat sie gleich zwei gekauft.
Diesen zweiten Balu hat sie mir mitgebracht und geschenkt. Er ist nun ein Kraftsymbol für mich und zeigt mir, dass auch ein kleiner Impuls nachhaltig und wertvoll sein kann.
#KraftMomente – eine Aktion des Müttergenesungswerks

